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Corona treibt britische Studenten in die Prostitution

Aufgrund der Pandemie verloren viele britische Studentinnen ihre Teilzeitjobs. Ohne Job sind sie nicht in der Lage ihr Studium fortzusetzen. Daher verdienen sie ihren Unterhalt mit Sexarbeit. Viele bieten zuerst Bilder und Videos auf Online Plattformen an und gehen erst später den Schritt in die Prostitution, um mehr Geld zu verdienen.

Studieren ist in Großbritannien teuer, Briten zahlen jährlich bis zu 9250£ für die Studiengebühren. Studenten aus dem Ausland zahlen das Doppelte. Die Regierung stellt Unterhaltsdarlehen zur Verfügung, die durchschnittlich 223£ geringer sind, als die tatsächlichen Lebenshaltungskosten. Um die hohen Lebenshaltungskosten zu decken, arbeiten ca. zwei Drittel aller Studenten in Großbritannien in Teilzeitjobs.

Umfrageergebnisse von Save the Student zeigen, dass ca. 3% der StudentInnen in Großbritannien ihr Studium mit Sexarbeit finanzieren, sowie weitere 9% Sexarbeit als Option betrachten. Die Kingston University schätzt die Zahl auf bis zu 70.000 studierende SexarbeiterInnen.

Studentenjobs bisher kaum ein öffentliches Thema

Das Thema bekam kaum öffentliche Beachtung bis die Durham University ihren Studenten ein Online Training angeboten hat. Mit dem Online Training versuchen sie StudentInnen Hilfe, Unterstützung und Tipps zu geben. Auch die University von Leicester unterstützt ihre StudentInnen mit der Aussage, dass das Ausziehen vor der Kamera legal ist, ebenso wie das Finanzieren des Lebensunterhalts  mit Hilfe von „Sugar Daddies“.

Gegenstimmen sind entsetzt über das Legitimieren von „gefährlichen Branchen“. Dieser Kurs normalisiere das Anbieten von Sex gegen Geld. Die Durham University reagierte: „Wir entschuldigen uns nicht für die Arbeit, die wir machen, um allen Studenten und Mitarbeitern ein sicheres Umfeld in Durham zu schaffen.“ Es gibt auch Kurse für die mentale Gesundheit oder bei Alkohol und Drogen Problemen.

Posttraumatische Belastungsstörungen nach Studienabschluss

Vertreter betonen, dass eine konstruktive Herangehensweise notwendig ist. Studierende Sexarbeiter sind ein Teil des heutigen Lebens, das nicht anzuerkennen, wäre ein schwerer Fehler.

Oft schaffen Studenten nach Studienabschluss den Absprung der Prostitution nicht oder leiden an posttraumatischen Belastungsstörungen. Dieses Problem sollte nicht mehr ignoriert werden.

Seit Beginn der Pandemie steigt die Zahl der SexarbeiterInnen stark an. Davon profitieren auch Plattformen wie OnlyFans und JustForFans, da nun jeder Sexarbeit von zu Hause oder dem Wohnheim anbieten kann.

Nicht nur in England bieten Studenten Sex gegen Geld, auch in Deutschland verdienen StudentInnen ihr Geld mit käuflichem Sex. Laut Umfragen gibt es bereits zehntausende Studenten in Deutschland, die mit Nacktbildern, Erotikvideos, als Escort Begleitung, mit Telefonsex oder Prostitution ihr Geld verdienen.

Es ist wichtig, dass alle Universitäten zu dem Thema sensibilisiert werden und ihre Mitarbeiter gezielt schulen sollten, um Diskriminierung und Vorurteilen vorzubeugen. Universitäten müssen ihre StudentInnen beschützen.

Quelle: Sex Work Vienna

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